Oerlinghausen

Er kam, sah und siegte
Manni Breuckmann-Show in der Turnhalle

Oerlinghausen (gs). Nein eine ?normale? Lesung war das nicht, was Radio-Ikone Manni Breuckmann in der Turnhalle des Niklas-Luhmann-Gymnasiums inszenierte: Der legendäre Radio-Kommentator sprühte vor Witz und Charme, er hatte die 400 begeisterten Besucher fest im Griff.
?Ich habe Herrn Breuckmann im vergangenen Jahr einmal gesehen und dachte, der muss auch mal nach Oerlinghausen kommen?, so Jörg Czyborra von der Buchhandlung Blume als Gastgeber, ?und wir hatten beschlossen, dass wir nicht mehr als 400 Besucher in die Halle lassen. Die Karten waren im Nu ausverkauft?. Die Moderation des Abend hatte ein alter Bekannter übernommen, den viele Gäste aus der Schüco-Arena kennen: Stephan Schüler moderierte professionell und setzte Breuckmann gut in Szene.
Breuckmann las nicht nur einige Geschichten aus seinem Buch ?50 legendäre Szenen des Deutschen Fußballs?, er hatte auch die ein oder andere Anekdote bereit. Als erstes bemäkelte der Ex-Radiomann die gelb-schwarzen Shirts der Thekenkräfte und Aufsicht: ?Das geht ja gar nicht?, meinte der Schalke 04-Fan. Vor eineinhalb Jahren hatte Breuckmann seinen letzten Auftritt im WDR bei der samstäglichen Konferenzübertragung der Fußball-Bundesliga. Aber er kann sich immer noch darüber aufregen, ?wie Schalke am 19. Mai 2001 die Meisterschaft versemmelt hat?. Manni Breuckmann redete über Olli Kahn (?den verhauen wir jetzt mal?) oder über Rudi Völlers Spruch ?50 zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch nicht? oder über Frank Mill, der im August das leere Bayern-Tor verfehlte. Über den damaligen Bayern Torhüter Jean-Marie Pfaff meinte Breuckmann: ?vorn ein Junge, in der Mitte ein Mädchen und hinten eine Nähmaschine?. Manni Breuckmanns Karriere begann 1972 in Wattenscheid, Fans gaben ihm den Spitznamen ?Helmut Kohl des Fußballs?. Auch zu der Misere des DSC Arminia Bielefeld äußerte sich Manni: ?Wenn aus öffentlichen Geldern mal eben sechs Millionen für die Profis, die sowieso zuviel Geld verdienen, aufgebracht werden sollen, dann muss es aber handfeste Argumente geben?.
Und zum Schluss parodierte Manni Breuckmann den österreichischen Radioreporter Edi Finger, der bei dem 1:0 seiner Nationalmannschaft gegen Deutschland bei der WM 1978 ?narrisch? wurde. Als Zugabe sang er sein Lied aus dem Jahr 2000 mit dem Titel ?I`m your radio?, bevor der Kultstar ?aus dem Radio seine besten zehn Fußballersprüche präsentierte.
Diese lauten: Platz 1 Paul Breitner: Dann kam das Elfmeterschießen und wir hatten alle die Hose voll ? bei mir lief es ganz flüssig?. 2. Berti Vogts: ?Hass gehört nicht ins Stadion, solche Gefühle sollte man mit seiner Frau zu Hause im Wohnzimmer ausleben?. 3. Torsten Legat erzählte im Sportstudio, wie er zum Bodybuilding kam: ?Immer die Castroper Straße rauf?. 4. Steffen Freund: ?Es war ein toller Moment, als der Bundestrainer sagte: Komm Steffen, zieh deine Sachen aus, jetzt geht es los?. 5. Fritz Walter: ?Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt?. 6. Freddi Ljunberg: ?Wenn ich in der Nacht vor einem Spiel Sex habe, verliere ich jegliches Gefühl in meinen Füßen?. 7. ?Tschik? Cajkowski: ?Die Torwarte spinnen alle ein wenig. Ich kannte mal einen der schrieb einen Brief so langsam, weil er wusste, dass seine Mutter nur langsam lesen konnte?. 8. Mehmet Scholl: ?Ich hatte noch nie Streit mit meiner Frau ? nur das eine Mal, als sie mit auf das Hochzeitsfoto wollte?. 10. Olaf Thon nach einem Foul: ?Ich habe ihn nur leicht retouchiert?.
Fotos: Günter Schröder (red)

Foto 1: Martina Lange und Jörg Czyborra von der Buchhandlung Blume begrüßten Radio-Legende Manni Breuckmann (rechts) in Oerlinghausen

Foto 2: Experten unter sich: Stephan Schüler (links), bekannt als Stadionsprecher bei Arminia Bielefeld, mit Manni

Foto 3: Sogar als Sänger trat Breuckmann auf, er sang sein Lied ?I`m your radio? aus dem Jahr 2000.



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eingetragen: 11.05.2010 - 12:00 Uhr